Dietrich Bonhoeffer ist nicht nur der Name unserer Schule, sondern auch der Name eines bedeutenden
Mannes, der sehr viel in seinem viel zu kurzen Leben erlebt hat.

Obwohl der evangelische Theologe nur 39 Jahre alt wurde, hat er einen so tiefen Eindruck in unserem
Land hinterlassen, dass beinahe in jeder Stadt eine Straße, Schule oder Kirche seinen Namen trägt.
Dietrich Bonhoeffer wurde als sechstes von acht Kindern in ein bürgerliches Elternhaus geboren.
Ein tiefer Einschnitt im Alter von zwölf Jahren war für ihn der Soldatentod eines seiner Brüder.

Bonhoeffer, geboren am 4. Februar 1906 in Breslau; gestorben am 9. April 1945 im KZ Flossenbürg,
war lutherischer Theologe, profilierter Vertreter der Bekennenden Kirche und am deutschen Widerstand
gegen den Nationalsozialismus beteiligt.


Dietrich Bonhoeffer


Mit 24 Jahren zum Lehrer ernannt, wurde Bonhoeffer nach Auslandsaufenthalten Privatdozent für
Evangelische Theologie in Berlin sowie Jugendreferent in der Vorgängerorganisation des
Ökumenischen Rates der Kirchen. Ab April 1933 nahm er öffentlich Stellung gegen die
nationalsozialistische Judenverfolgung und engagierte sich im Kirchenkampf gegen die
Deutschen Christen und den Arierparagraphen im Berufsbeamtengesetz.
Ab 1935 leitete er das Predigerseminar der Bekennenden Kirche in Finkenwalde, das, später illegal,
bis 1940 bestand. Etwa ab 1938 schloss er sich dem Widerstand um Wilhelm Franz Canaris an.

Für lange Jahre hatte Bonhoeffer gezweifelt, ob sich ein "Tyrannenmord" mit seinem Respekt vor
dem menschlichen Leben vereinbaren ließ, und kam schließlich zu der Erkenntnis:
"Tatenloses Abwarten und Zuschauen sind keine christlichen Haltungen."

1940 erhielt er Redeverbot und 1941 Schreibverbot. Am 5. April 1943 wurde er verhaftet und zwei Jahre
später auf ausdrücklichen Befehl Adolf Hitlers als einer der letzten NS-Gegner, die mit dem Attentat
vom 20. Juli 1944 in Verbindung gebracht wurden, wenige Tage vor der deutschen Kapitulation hingerichtet.

Als Theologe betonte Bonhoeffer die Gegenwart Jesu Christi in der weltweiten Gemeinschaft der Christen,
die Bedeutung der Bergpredigt und Nachfolge Jesu und die Übereinstimmung von Glauben und Handeln,
die er persönlich vorlebte, insbesondere in der Zeit des Nationalsozialismus.
In seinen Gefängnisbriefen entwickelte er einflussreiche, wenn auch fragmentarische Gedanken für eine
künftige Ausrichtung der Kirche nach außen in Solidarität mit den Bedürftigen und zu einer nichtreligiösen
Interpretation von Bibel, kirchlicher Tradition und Gottesdienst.
Schulen, Straßen und öffentliche Plätze werden deshalb oft nach ihm benannt.

„Von guten Mächten“
Von guten Mächten treu und still umgeben ist ein geistliches Gedicht Dietrich Bonhoeffers.
Verfasst im Dezember 1944 in der Gestapo-Haft, ist es sein letzter erhaltener theologischer
Text vor seiner Hinrichtung am 9. April 1945.